VfL Bochum wacht in Stuttgart zu spät auf

VfL Bochum wacht in Stuttgart zu spät auf

September 3, 2019 0 Von Carsten Schulte

Am Ende bleibt dem VfL Bochum wieder nur Enttäuschung. Nach dem 1:2 beim VfB Stuttgart ist das Team weiter ohne Sieg in der 2. Bundesliga und hat nun drei Niederlagen im Gepäck. In der Tabelle bedeutet das einen Abstiegsplatz mit 2 Punkten, knapp vor dem etwas überforderten Aufsteiger Wehen Wiesbaden. Das ist nach Jahren des Auf und Ab in Bochum etwas viel Realität.

Das Spiel im Forum diskutieren

Heiko Butscher hatte gar nicht so viel verändert in seinem ersten (und einzigen?) Spiel als Interimstrainer. Der Neuzugang Christian Gamboa rückte direkt ins Team und Jordi Osei-Tutu kam auch zum Startelf-Einsatz. Draußen blieben dafür Armel Bella Kotchap und Milos Pantovic.

Aber beim VfB bekam der VfL schon nach wenigen Minuten erste Signale für das, was zu erwarten war. Da setzte Nathaniel Phillips den Ball aus vollem Lauf nur knapp eben den Pfosten. Besser machte es leider Daniel Didavi nach 19 Minuten. An seinen Schuss bekam VfL-Keeper Riemann zwar die Hände noch dran, aber gegen die Wucht des Schusses hatte er am Ende keine Chance mehr. Das 0:1 aus Bochumer Sicht verstärkte die Sorgen.

Aber das Team wurde besser und vor allem aktiver. Und belohnte sich nach 40 Minuten mit dem gar nicht so unverdienten Ausgleich. Ganvoula traf nach einem Eckball zum 1:1. So frei stand der Torschütze wohl bisher auch selten – da hatte er sich im Rücken der VfB-Abwehr schön abgesetzt und traf dann flach zum Ausgleich.

Die Freude darüber hielt leider nur über die Halbzeitpause und kurz danach. Denn schon die erste gefährliche Szene des VfB brachte wieder den Rückstand. Der gerade erst eingewechselte Nicolas Gonzalez führte sich direkt gut ein und brachte den VfB mit 2:1 in Front. Sein Schuss von halblinks war kaum zu halten (48.).

“Passivität bringt uns nicht weiter.”

Stuttgart bekam in den sich öffnenden Räumen durchaus noch Chancen – die beste vergab Gonzalez nach feinem Divadi-Zuspiel nach 58 Minuten. Bochums Szenen endeten dagegen oft noch vor dem entscheidenden Abschluss. So wie Osei-Tutu, der nach 69 Minuten einfach zu lang zögerte – Chance vertan.

Aber der VfL gab sich nicht auf und wurde in der Schlussphase noch einmal stärker. Und wäre gerade da fast zum Ausgleich gekommen. Ganvoula scheiterte aus vier, fünf Metern am Torwart! Das war denkbar knapp.

Es reichte für den VfB aber, für Bochum nicht.

Trainer Heiko Butscher mochte seinem Team anschließend keinen Vorwurf machen. “Sie haben alles reingehauhen”, so sein Fazit in der Pressekonferenz. “Wir sind nicht gut reingekommen, aber später haben wir höher angelaufen, da wurde es besser. Es ist aber am Ende zu wenig dabei herausgesprungen”, so Butscher mit Blick auf manche Halb-Chance, die nicht entschlossen genug zu Ende gespielt wurde. “Das Spiel hat gezeigt, dass wir eine aktive Mannschaft sein müssen, die vorne draufgeht. Passivität bringt uns nicht weiter.”

Jetzt steht die Pokal-Pause an. Ob sich der VfL gegen den FC Bayern neuen Mut holen kann?