1:0-Auswärtssieg! VfL Bochum sichert sich in Wiesbaden drei wichtige Punkte

1:0-Auswärtssieg! VfL Bochum sichert sich in Wiesbaden drei wichtige Punkte

Februar 9, 2020 0 Von Carsten Schulte

Das war so wichtig! Beim Tabellennachbarn SV Wehen Wiesbaden hat der VfL Bochum am Sonntag mit 1:0 gewonnen und die Gastgeber in der Tabelle damit wieder überholt. Wie wichtig dieser Auswärtssieg für Bochum war, zeigte sich später an den Ergebnissen der Konkurrenz. Auch Hannover gewann sein Auswärtsspiel (3:1 in Fürth).

Trainer Thomas Reis hatte sein Team wieder etwas umgebaut. Robert Zulj spielte für Robert Tesche, auch Manuel Riemann kehrte nach Ende seiner Sperre zurück ins Tor.

Der VfL setzte auch das erste Zeichen im Spiel. Ganvoulas Abschluss nach perfekt getimten Zuspiel war aber nicht gut genug: Der Ball rauschte doch einige Meter über das Tor.

Dann kam Wiesbaden etwas ins Spiel. Und auch zu Chancen. Beispiel? Nach acht Minuten zog Dittgen ab, weil Gamboa ihm den Ball irgendwie per Brust vorgelegt hatte. Es war auch nicht hilfreich, dass Losilla per Querschläger vor dem eigenen Strafraum die ganze Szene überhaupt erst ermöglicht hatte.

Es waren diese Ungenauigkeiten oder Fahrlässigkeiten in der Abwehr, die es dem VfL in der gesamten Saison schon immer wieder schwer gemacht hatte. Hier nutzte Wiesbaden die Szene aber nicht.

Zehn Minuten später wieder die Gastgeber: Chato war links mit Tempo durch, seine Hereingabe nutzte Aigner zu einem satten Schuss Richtung langer Pfosten. Riemann parierte zur Ecke. Und auch die war gefährlich: Schäffler kam da doch ziemlich frei zum Kopfball… Glück für den VfL, dass Schäffler den Ball nicht richtig aufs Tor bringen konnte, sondern nur zwei Meter daneben.

Noch besser aus Sicht der Gastgeber wurde es nach 19 Minuten. Da bekam Kyereh den Ball doch arg frei vor Riemann, setzte den Ball aber deutlich über das Tor. Bochum zeigte da die defensiven Anfälligkeiten einmal mehr.

Nachdem die Gastgeber ihre ersten Szenen vergeben hatten, wurden die Gäste aus Westfalen aber langsam besser und übernahmen die Spielkontrolle. Und kamen dabei auch zu Chancen.

Ganvoula brachte nach 21 Minuten den Ball nicht richtig unter Kontrolle, verfehlte dann das Tor knapp. Dann profitierte der VfL von einem einfachen Stockfehler von Torwart Lindner. Der hatte den Ball schon fast sicher in der Hand, ließ ihn aber ins Toraus prallen. Eckball für Bochum, aber harmlos.

Nach 27 Minuten war es erneut Ganvoula, der mit einem Schuss von rechts scheiterte, da musste Röcker auf der Linie klären! Nach Chancen zog der VfL längst gleich – und setzte weiter nach.

Trainer Thomas Reis stellte um, brachte Robert Tesche für Janelt. Und musste zusehen, wie Wiesbaden über Aigner konterte. Aber am Ende war der Pass auf Dittgen etwas zu weit geraten.

Der VfL blieb aber weiter am Ball. Erst scheiterte Ganvoula nach einem Freistoß, dann parierte Lindner erneut gegen Ganvoula, der von Soares prima in Szene gesetzt worden war.

Jubel dann endlich nach 38 Minuten. Lindner ließ einen Schuss von Ganvoula nach vorn abprallen und Simon Zoller profitierte von dem Fehler und schob lässig zur Bochumer Führung ein!

Wie unsicher die Bochumer Defensive aber weiterhin blieb, zeigte sich kurz vor der Pause, als zunächst Chato (Kopfball an die Latte) und Dittgen (Nachschuss ans Außennetz) ihre Doppelchance bekamen. Für Bochum galt: Unbedingt weiter konzentrieren.

Mit der Führung ging es aber in die Pause.

Unverändert kam der VfL aus der Pause. Aber auf dem Feld lief zunächst nicht mehr viel zusammen, zumindest offensiv.

Wiesbaden kam durch den eingewechselten Töries Knöll zur ersten richtig guten Szene, aber Bochum klärte den Schuss zur Ecke. Minuten später passte Riemann prima auf und verhinderte nach einer scharfen Hereingabe vor das Tor einen Treffer für die Gastgeber.

Vorausgegangen war ein kurzer Check des VAR auf Handspiel von Losilla – aber da war nichts. Losilla hatte die Arme angezogen und sich von dem Schuss weggedreht, das war alles sauber.

Es blieb aber wackelig aus Sicht des VfL, weil die Gastgeber natürlich auf ein Tor spielten. Viele Räume boten sich aber dadurch nicht.

Nach rund einer Stunde ging dann Robert Zulj runter, für ihn kam Sebastian Maier. Und auf dem Feld bekam sofort der VfL wieder eine Chance. Röcker klärte in letzter Sekunde per Kopf vor Ganvoula! Das war knapp…

Immerhin bekam der VfL dann die Partie wieder in den Griff. Wiesbadens Anfangsschwung war beendet. Jetzt war eher die Frage, ob es dem VfL gelingen würde, den Deckel drauf zu setzen. Vorerst aber flatterte der Ball jetzt zwischen den Strafräumen hin und her, viel Mittelfeld-Hin-und-her.

Nach 74 Minuten tauschte Reis noch einmal: Danny Blum kam für Simon Zoller ins Spiel. Aber erst einmal musste der VfL richtig durchatmen… Gamboas Hinterkopf-Ball Richtung eigenes Tor war grenzwertig – Riemann musste da in höchster Not reagieren und den Ball vor einschussbereiten Gastgebern wegfischen. Die Szene stand irgendwie beispielhaft für die Unsicherheiten, die beim VfL noch immer vorhanden sind.

Insgesamt aber war das kein Spiel mehr auf hohem Niveau. Wiesbaden fiel nicht mehr viel ein, um den VfL ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Aber Bochum selbst tat auch nicht mehr viel, um die Entscheidung vorzeitig herbeizuführen. Das war nun mehr ein Abwarten, ein Lauern auf die eine Lücke.

Nur per Standard kam noch einmal etwas wie ansatzweise Gefahr auf. Schäffler setzte den Ball nach 83 Minuten per Kopf auf das Tornetz – richtig beängstigend war das aber nicht.

Es passierte nichts mehr, Bochum holte sich den zweiten Auswärtssieg der Saison und rückte zumindest übergangsweise auf Platz 14 der Tabelle.

Der VfL bekommt es in der kommenden Woche mit dem VfB Stuttgart zu tun – schon deswegen war der Sieg in Wiesbaden nicht zu unterschätzen.