Ultra-Gruppierung UB99 sieht in Hans-Peter Villis den Buhmann

Ultra-Gruppierung UB99 sieht in Hans-Peter Villis den Buhmann

September 17, 2019 2 Von Carsten Schulte

Der VfL Bochum bittet zur nächsten Mitgliederversammlung. Am Mittwoch, 25. September, steht sie an. Die Einladungen sind den Mitgliedern fristgerecht zugestellt worden.

Die Bochumer Ultra-Gruppierung UB99 findet das insgesamt wenig erfreulich. Als es 2017 um die Ausgliederung ging, habe der VfL Bochum keine Mühen gescheut, um möglichst viele “normale” Mitglieder dazu zu bewegen, an der Versammlung teilzunehmen, schreibt die Gruppe in einem aktuellen Beitrag. Die Logik dahinter: Je mehr “normale” Mitglieder, desto weniger fallen die “kritischen” Mitglieder auf. Man mag das bewerten, wie man will, aber Tatsache ist: Der VfL bekam die Ausgliederung – und die aktive Fanszene kämpft seither mit sich und dem Entschluss.

Dass die diesjährige Versammlung wieder einmal mitten in der Woche stattfinde, sei wenig erfreulich. Und weil wie im Vorjahr bestimmte “Incentives” wie Autogrammstunde oder Gewinnspiele fehlten, sei der Abendtermin für viele Fans wohl eher unattraktiv, glauben die “UB99”.

Das Thema im VfL-Forum

Noch immer haben viele Fans, darunter auch die Mitglieder der “UB99”, den damaligen Ausgliederungsbeschluss nicht verwunden. Sie verweisen auf Hoffnungen und Versprechen, die damals gemacht wurden – und dass eben diese bisher nicht eingetroffen sind. Sportlich und wirtschaftlich ist der VfL zugegeben ziemlich weit entfernt von Erstliga-Zeiten.

Als einen, wenn nicht den Hauptverantwortlichen, machen die “UB99” den heutigen Vorstandsvorsitzenden Hans-Peter Villis aus. Der werde am 25. September “wieder versuchen, die totale Stagnation des VfL Bochum schönzureden und die ach so tolle Arbeit aller Beteiligten” zu loben.

Allerdings stehe Villis’ Amtszeit vor allem für Stillstand und “Chaos auf vereinspolitischer Ebene”. Seit der erfolglosen Relegation 2011 sei der VfL nur selten in Tabellenregionen vorgestoßen, die ernsthafte Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Bundesliga zuließen.

Damit sei Villis als Vertreter des Klubs den eigenen Zielen nicht gerecht geworden. “Besserung ist nicht in Sicht. Auch der diesjährige Saisonstart fiel eher bescheiden aus. Hinzu kamen vereinspolitische Probleme wie die Querelen um Gertjan Verbeek, das Hickhack um Christian Hochstätter, das bis heute merkwürdige Abtauchen von Wilken Engelbracht, aktuell auch der Umgang mit Spielern wie Tim Hoogland oder Stefano Celozzi und letztlich der mehr als merkwürdige Abgang von Robin Dutt”, heißt es bei der Gruppe.

Die “UB99” nennt den von Investoren getriebenen HSV als Beispiel für das Scheitern, Union Berlin und den SC Paderborn als Gegenbeispiel. Wobei bekanntlich der SC Paderborn seit Ende 2018 ebenfalls die Ausgliederung des Profibereichs vollzogen hat, während Union tatsächlich noch als Verein unterwegs ist.

Zur Geschichte gehört auch, dass der SC Paderborn über Jahre von seinem Mäzen Wilfried Finke abhängig war und nach dessen zwischenzeitlichen Ausscheiden in erhebliche finanzielle Probleme geriet.

Die “UB99” rufen nun dazu auf, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern. Lösungsvorschläge oder Ideen formulieren sie allerdings nicht.