Schon wieder ein Sieg: VfL Bochum stürmt nach 2:1 in Aue durch die Liga

Schon wieder ein Sieg: VfL Bochum stürmt nach 2:1 in Aue durch die Liga

Juni 17, 2020 0 Von Carsten Schulte

Der VfL Bochum hat definitiv seinen Flow gefunden. Am Mittwochabend siegte das Team von Thomas Reis bei Erzgebirge Aue mit 2:1. Es war der zweite Auswärtssieg binnen weniger Tage und der dritte Sieg in Folge. Läuft beim VfL…

Das 2:0 für den VfL Bochum. Foto: Imago

Im Vergleich zum Sieg in Osnabrück hatte Thomas Reis auf drei Positionen gewechselt. Überschaubare Rotation beim VfL. Gamboa, Zulj und Tesche durften zunächst mal auf der Bank bleiben, dafür rückten Eisfeld, Janelt und Celozzi in die Startelf.

Der erste Druck gehörte aber Erzgebirge Aue. Die Gastgeber setzten direkt nach zwei Minuten durch Testroet einen Warnschuss ab, den Danilo Soares zur Ecke klärte. Durchaus mit Schwung versuche es der FCE in der Anfangsphase. Aber nach ein paar Minuten hatte der VfL sich darauf eingestellt – und bekam direkt eine schöne Konterchance. Pantovic war gut durch, hatte Anspielstationen rechts und links, verzettelte sich aber im Zwei-, Dreikampf. Am Ende nicht einmal ein Abschluss trotz eigentlich viel Raum. Nun ja.

Aue setzte wieder nach, Losilla kassierte Gelb, weil er Stürmer Nazarov unfair stoppte. Dann durfte Manuel Riemann im Bochumer Tor dankbar und “torwartfreundlich” zugreifen – das war alles recht harmlos. Bochum kontrollierte die ganze Sache. Auch eine Minute später beim Abschluss von Hochscheidt.

Eine Viertelstunde war so gespielt, es stand weiter torlos 0:0. Vielleicht hätte Manuel Wintzheimer etwas daran ändern können, aber er kam vor dem Tor nicht mehr an eine scharfe Hereingabe ran.

Effizient

Fast hätte Aue nach 26 Minuten getroffen. Strauss bekam viel Platz, aber konnte sich nicht zu einem Torschuss durchringen. Er zögerte und zögerte, dann klärten Eisfeld, Janelt und Soares gemeinsam. Glück für den VfL, ein seltener Moment der Gefahr.

Denn auf der anderen Seite machte es Eisfeld besser. Osei-Tutu war durch bis fast zur Torauslinie, legte den Ball dann zurück auf Eisfeld, der dann satt zum 1:0 abschloss. Das war im Grunde die erste echte Chance für den VfL und der saß direkt.

Aues beste Szene der ersten Hälfte bekam der Gastgeber dann nach 37 Minuten: Hochscheidt mit der Direktabnahme Richtung Tor, aber auch hier war Riemann bestens auf dem Posten und wuschte den Ball über das Tor zur Ecke. Und auch Hochscheidts Schuss nach eben dieser Ecke war sichere Beute des Bochumer Torwarts.

Noch eine Szene bekam der VfL vor der Pause – und die war schön. Nach einem Freistoß von Eisfeld traf Losilla per Kopf zum 2:0. Jendrusch kam zu spät, Bochum führte deutlich.

Dann war Pause.

Ohne Wechsel ging es für den VfL wieder raus. Aue brachte Kempe für Strauß und Zulechner für Testroet.

Es war aber der VfL, der den ersten Akzent setzte. Danilo Soares mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, aber der war dann doch deutlich zu hoch angesetzt. Und es war einer der ganz, ganz wenigen Abschlüsse des VfL überhaupt. Bochums Spiel war eher auf Kontrolle ausgelegt, weniger auf aggressives Pressing und Offensivspiel.

Aue trat erst nach 65 Minuten wieder in Erscheinung. Da war Riemann beim Schuss von Kempe erst gut auf dem Posten und hatte den Ball im Nachfassen sicher. Bochums Keeper wieder mit einer starken Leistung.

Es begann die Schlussphase der Partie – und die wurde noch hektisch. Zunächst aber Wechselgeschichten: Reis brachte erst Weiland und Zulj für Eisfeld und Osei-Tutu ins Spiel, kurz danach auch Tesche für Janelt.

Zwischendrin gab es Gelb gegen Nazarov nach Foul an Janelt (der VAR schaute wegen einer möglichen Tätlichkeit noch einmal drauf, aber da war nichts), dann sah Janelt selbst Gelb.

Hektische Schlussphase

Nur einmal wurde der Sieg des VfL in dieser Phase noch geprüft: Nazarov bekam im Zentrum viel zu viel Raum, versuchte es mit einem Abschluss, aber auch hier war Riemann wieder zur Stelle – hatte aber ein paar dringende Ermahnungen an seine Abwehr.

Letzter Wechsel beim VfL nach 84 Minuten: “Cello” ging, Gamboa kam rein. Und dann wurde es hektisch.

Samson, der gerade erst Gelb für eine völlig idiotische Aktion gesehen hatte (er hatte nach einem Foulspiel den Schuh von Soares weggeworfen…), zupfte an Pantovic herum und sah dafür erneut Gelb. Platzverweis für den Auer.

Kaum war das erledigt, dezimierte sich auch der VfL, leider sogar nachhaltiger. Etwas übermotiviert stieg Pantovic in den Zweikampf mit Nazarov, erwischte den Stürmer von hinten am Knöchel. Glatt Rot gab es von Schiri Lass Koslowski. Das war unnötig.

Wegen der hektischen Schlussphase und einer längeren Behandlungspause gab es vier Minuten obendrauf. Und in buchstäblich letzter Sekunde traf Aue aus dem Gewühl noch zum 1:2. Wenig schlimm für den VfL, weil die Partie gar nicht erst wieder angepfiffen wurde, ziemlich ärgerlich aber für Riemann, der gerne wieder zu Null gespielt hätte und nach Abpfiff auch so aussah, als nervte ihn das Gegentor…

Dennoch: Der VfL behält seine starke Form bei, steht vorerst auf Platz 6 der Tabelle und bleibt nach der Corona-Pause in der 2. Bundesliga das Maß aller Dinge