Robin Dutt: “Mund nicht zu voll nehmen. Aber auch nicht tiefstapeln.”

Robin Dutt: “Mund nicht zu voll nehmen. Aber auch nicht tiefstapeln.”

Juni 26, 2019 1 Von Carsten Schulte

Was erwartet den VfL Bochum im kommenden Jahr? Wo geht die Reise hin? Das sind alles Fragen, die nach zwei Trainingstagen niemand beantworten kann. Aber eines ist klar: Kampflos das Feld räumen und höflich beiseitetreten? Das gibt’s mit dem VfL nicht.

“Sie werden von mir keine Tabellenplätze hören”, formulierte Robin Dutt beim Trainingsauftakt lächelnd. Okay, das ist keine besondere Überraschung. “Aber es wird unser Ziel sein, Herausforderer zu sein.” Wie immer werden sich nach Dutts Auffassung zwei, drei Teams neben den “Favoriten” herauskristallisieren. “Das waren im vergangenen Jahr Union und Paderborn. Und wir wollen schauen, dass wir selbstbewusst die Favoriten herausfordern.”

In der Ansprache an sein Team habe Dutt ein “positives Entrée” schaffen wollen. “Ich habe den Jungs gesagt, dass ich die Liga richtig klasse finde.” Natürlich spreche jeder von den vier “Großen”, den Bundesligaabsteigern und dem HSV. “Ich hoffe, dass wir uns in den kommenden Monaten zu einem der Herausforderer entwickeln, dass wir ein unbequemer Gegner werden, der Ambitionen hat.”

Nun hat der VfL ja so seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Zwischendurch gab es immer mal Phase, in denen sich endlich alles zum Guten wenden würde. Die Blau-Weißen waren im vergangenen Jahr gut gestartet, rutschten aber nach wenigen Spieltagen schon wieder ganz oben raus. Dennoch bot sich auch im weiteren Saisonverlauf immer wieder die Chance, doch noch einmal oben reinzustoßen. Aber das gelang eben dem SC Paderborn.

“Das ist gesund”

Vielleicht auch mit diesem Wissen formulierte es Dutt so: “Wir wollen den Mund nicht zu voll nehmen. Aber auch nicht tiefstapeln.” Die Herausforderer-Rolle sei durchaus ambitioniert mit der Mannschaft, aber “wir haben auch eine interessante Mannschaft”. Die Liga sei in alle Richtungen eng, das ist bekannt. Deshalb werde der VfL den Blick auch in alle Richtungen offen haben. “Das ist gesund.” Es steht aber ein “Aber” dahinter. “Aber wenn man nur vorsichtig ist, gibt es eben nur Durchschnitt.” So ähnlich hatte es auch Neuzugang Danny Blum formuliert, der von einem positiven Blick nach oben sprach.

Jetzt wird es darum gehen, aus den Spielern ein Team zu bilden. Und das werde in den kommenden fünf Wochen geschehen. “Wir wollen einen schönen Teamspirit”, so Dutt. Und der kann Berge versetzen. Also der Teamspirit.

Robin Dutt (r.) und U19-Trainer Matthias Lust (l.)

Apropos Berge versetzen: Der VfL ist ja vergleichsweise spät ins Training eingestiegen. Alles Absicht, wie Dutt betonte. Man habe sich entschieden, den Spielern individuelle Vorbereitungspläne mitzugeben. Die mussten die Spieler in der Zeit vor dem Auftakt abarbeiten. “Wer sich daran gehalten hat, wird das Training jetzt kein Problem. Wer sich nicht daran gehalten hat, wird eben bestraft”, so Dutt mit einem süffisanten Lächeln.

Aber soweit erkennbar, kamen die Spieler vorbereitet. Auf die Frage, ob das Auftakttraining in Ordnung war, musste Dutt dann doch kurz schmunzeln. “Das war super. Jetzt korrigieren wir die Ziele gleich nach oben. Das gibt einen Durchmarsch…” Gelächter ringsumher. Aber was wäre das für eine Prophezeiung, sollte Dutt am Ende Recht behalten haben…

Was meinst du: Kann der VfL die Großen ärgern?

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