Nur 0:0 – VfL Bochum vergibt Auswärtssieg beim Karlsruher SC

Nur 0:0 – VfL Bochum vergibt Auswärtssieg beim Karlsruher SC

Mai 24, 2020 0 Von Carsten Schulte

Nach schwachem Beginn steigerte sich der VfL Bochum am Sonntag deutlich – aber vergab am Ende den möglichen Auswärtssieg beim Karlsruher SC. Das 0:0 beim KSV war immerhin Punkt 4 im zweiten Geisterspiel.

Artikelbild: Silvere Ganvoula hatte den Siegtreffer mehrfach auf dem Schlappen… Foto: Imago

Nach dem souveränen 3:0 gegen Heidenheim wollte der VfL am Sonntag in Karlsruhe nachlegen – klar. Trainer Thomas Reis sah keine Notwendigkeit, die Sieger-Elf der Vorwoche zu ändern.

Was die Mannschaft dann allerdings in der ersten halben Stunde auf der Karlsruher Baustelle ablieferte, trieb allen Bochumern Sorgenfalten (oder Wutfalten) auf die Stirn. Es schien, als sei Bochum noch in der Kabine.

Schon nach wenigen Spielminuten musste Manuel Riemann in höchster Not retten. Was war das für eine Chance für den KSC! Gordon drückte den hereinfliegenden Ball per Kopf runter, Riemann reagierte grandios und fischte den Ball noch kurz vor der Linie weg. Eine Riesenchance für die Gastgeber, eine Riesenparade vom Bochumer Keeper, dessen Vertrag sich ja unlängst verlängert hatte.

Das Spiel im VfL-Forum

War das ein “Hallo, wach?” für den VfL? Nein. Der Karlsruher SC blieb buchstäblich am Ball. Erst zog Marvin Wanitzek aus 15 Metern ab – Riemann wehrte ab. Und wieder nur drei Minuten später war es erneut Wanitzek, der aber diesmal den Pfosten traf! Aus 20 Metern hatte er flach geschossen, . Es ging gut, aber es waren erst elf Minuten gespielt und schon drei dicke Karlsruher Chancen…

Nach 20 Minuten fingen die Außenmikrofone im leeren Stadion auf, was sonst gerne untergeht. “Ihr müsst mal aufwachen!” brüllte der Bochumer Keeper seine Vorderleute an. Die träumten da weiter munter vor sich hin. Denn schon nach 23 Minuten war es wieder Wanitzek, der an Riemann scheiterte – zuvor hatte Maxim Leitsch im eigenen Spielaufbau den Ball böse verloren.

Endlich wach

Trainer Reis reagierte, brachte Pantovic für Osei-Tutu. Und vielleicht war das ein Signal ans Team? Fakt ist: Plötzlich wachte der VfL auf. Und kam direkt zu einer grandiosen Chance: Von links knallte Danilo Soares den Ball an die Latte des KSC-Tors (38.)! Direkt danach holte der VfL einen Eckball, der auch nicht ganz ungefährlich war.

Endlich war der VfL im Spiel. Und wie! In den Minuten vor dem Wechsel tauchte Ganvoula gleich zweimal vor dem KSC-Kasten auf. Einmal knapp über das Tor, dann von der Strafraumgrenze aus, aber Karlsruhe klärte in letzter Sekunde.

So ging es mit dem 0:0 in die Pause.

Ohne Wechsel kam Bochum aus der Kabine. Aber völlig verändert. Denn jetzt war es der VfL, der Spiel und Gegner kontrollierte. Vom Schwung des KSC in der ersten halben Stunde war nichts mehr zu sehen.

Und auch das erste Ausrufezeichen setzte Bochum – wieder durch Ganvoula. Der zog wieder ab und Uphoff wehrte per Knie ab (46.). Vier Minuten später das gleiche Duell: Auch diesmal behielt der Karlsruher Keeper die Oberhand.

Aber klar war: Bochum war nun deutlich aufmerksamer, wacher, engagierter, mit klaren Feldvorteilen.

Und dann diese Szene nach 59 Minuten! Pantovic mit einer Wahnsinns-Idee von der Mittellinie aus! Uphoff stand weit vor seinem Tor und es fehlten nur zwei, drei Meter. Das wäre ein Tor des Monats geworden…

Es fehlten aber die Tore. Thomas Reis wechselte noch: Erst Maier für den gelbverwarnten und leicht gefährdeten Losilla, dann Weilandt für den verletzten Zoller.

Richtige Chancen bot das Spiel aber in dieser Phase nicht mehr. Der KSC hielt Ball und VfL vom eigenen Tor weg, Bochum fehlte dann auch der letzte Pass.

Aber nach 85 Minuten kehrte kurz Adrenalin zurück: Karlsruhe setzte einen Kopfball neben das Bochumer Tor. Nein, das war nicht wirklich brisant, aber immerhin mal wieder ein kleiner lichter Moment. Weilandts Schuss nach 87 Minuten war zu harmlos, um als echte Chance durchzugehen.

Es dauerte bis zur Schlussminute, ehe der VfL noch einmal zum Abschluss kam. Weil Karlsruhe den Ball im eigenen Strafraum nicht klärte, durfte Ganvoula gleich dreifach schießen – aber jedesmal war noch ein Karlsruher Bein dazwischen.

Bochum verpasste es einfach, gegen abbauende Karlsruher den Lucky Punch zu setzen. Das war es, was man dem Team vielleicht vorwerfen könnte.

Zwei Minuten Nachspielzeit, es passierte nichts mehr.