Gekämpft, gehofft, geschlagen: VfL Bochum ist raus

Gekämpft, gehofft, geschlagen: VfL Bochum ist raus

Oktober 29, 2019 1 Von Carsten Schulte

Als Armel Bella Kotchap, 17 Jahre jung, zwei, drei Minuten vor dem Abpfiff mit der Hand hinlangte, da war das ein letzter Akt der Verzweiflung. Die Hand war nötig, weil erst Bella Kotchap der Ball entglitt, dann dem VfL Bochum der Sieg. Am Ende war dann alles wie immer. Die Bayern weiter, dem Verlierer bleiben freundliche Worte, mehr nicht. Das Achtelfinale im DFB-Pokal sieht den Favoriten, nicht den VfL Bochum.

Das Spiel im VfL-Forum

Dabei träumten sie in Bochum vom denkbar unwahrscheinlichsten Ausgang der Dinge. Nach 36 Minuten erzwang Bochum das Unmögliche. Eine scharfe Hereingabe von Danny Blum drückte Alphonso Davies über die Linie. Die Bayern lagen 0:1 zurück. Nicht unbedingt völlig sensationell in dieser Saison – aber gemessen an der Ausgangslage doch bemerkenswert und unerwartet.

Dabei waren die Bayern schon routiniert auf dem Weg, das Spiel im Ruhrstadion zu verwalten und einen Pflichtsieg – irgendwann – zu sichern. Und der VfL seinerseits tat, was man von einem Außenseiter einfach erwartet. Er stellte sich breit auf, entschlossen, mit dem Willen, diese mindestens 90 Minuten so gut es ging zu nutzen.

Chancen erspielten sich die Blau-Weißen nicht. Die Bayern aber eben auch nicht.

Nach der Führung regte sich dann sogar etwas wie Frechheit im Bochumer Spiel. Da lief plötzlich der Ball auch besser und sicherer, die Bayern wirkten kurz irritiert. Das hielt auch bis zur Pause.

Schwache Bayern

Nach der Pause war weiter keine Spur von würdigen Bayern. Der VfL warf sich in alle Szenen rein, störte, zwang die Bayern sogar zu Fehlern. Die Führung behielt Bestand, aber Bayerns Angriff nahmen zu – Bella Kotchap beispielsweise rettete nach 63 Minuten in letzter Sekunde. Minuten später scheiterte Lewandowski per Kopf.

Im Grunde ging es in die Schlussphase einzig mit der Frage: Würde die individuelle Klasse der Bayern noch die Wende herbeiführen? Oder könnte Bochum die Führung irgendwie retten?

Die Antwort gaben die Gäste spät. Eine scharfe Flanke von rechts nach linke, Gnabrys Direktabnahme landete per Aufsetzer im langen Eck. Das ging dann einmal zu schnell. Das Gegentor nach 83 Minuten zerstörte ein bisschen den Glauben der Bochumer. Jetzt wurde es eine reine Abwehrschlacht. Retten in die Verlängerung, wenigstens das. Gnabry und Coutinho scheiterten. Und dann passierte dem jungen Bella Kotchap dieser eine, kleine Fehler, der nicht passieren darf. Ohne Not trat er über den Ball, Lewandowski roch das, wäre durch gewesen, wenn nicht der Bochumer zugegriffen hätte. Die Rote Karte machte den Abend völlig kaputt für den gebürtigen Pariser, der seit 2017 in der Bochumer Jugend spielte.

Und die Bayern setzten auch den Schlusspunkt. Müllers “Abpraller-Tor” zwischen Losilla und Riemann hindurch beendete die VfL-Hoffnungen. Zwei Minuten Nachspielzeit, aber da ging nichts mehr. Nah dran gewesen.