Fall Jatta: VfL Bochum zieht Einspruch zurück

Fall Jatta: VfL Bochum zieht Einspruch zurück

September 3, 2019 0 Von Carsten Schulte

Der VfL Bochum hat seinen Einspruch wegen des Einsatzes von Bakery Jatta beim Spiel in Hamburg zurückgezogen. Auch der Karlsruher SC und Nürnberg haben so reagiert. Es war die logische Konsequenz aus der Einstellung der Ermittlungen durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte.

Die “Sportbild” hatte das Thema ins Rollen gebracht, weil sie ohne weitere Beweise einen Skandal um angeblich gefälschte Dokumente und das Alter des Spielers veröffentlicht hatte. Das hatte zahlreiche (und erwartbare) Reaktionen aus dem rechten politischen Spektrum zur Folge – aber auch rein formale Konsquenzen.

Bochum hatte wie auch der KSC und Nürnberg vorsichtshalber einen Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. Man kann über den moralischen Aspekt dieses Vorgehens streiten oder anderer Meinung sein, aber rein faktisch gibt es im Fußball Regeln, die eingehalten werden müssen und die für alle Klubs gelten. Die Spielberechtigung von Spielern gehört dazu.

Und wäre es nicht ausgerechnet um das “Flüchtlingsmärchen” Bakery Jatta gegangen, sondern um den 0815-Spieler Max Mustermann, wäre der Einspruch von von allen ohne größere Aufregung zur Kenntnis genommen worden.

Was den Fall so “politisch” machte, war sein Kontext, der von der Springer-Presse als Aufreger gestaltet war. Hier wurde eine Anrüchigkeit dargestellt und entworfen, die als kalkulierter Skandal funktionieren sollte und es auch tat. Weswegen folgerichtig auch die Einsprüche von VfL und Co. Teil des Skandals waren.

Dabei waren die Klubs lediglich einem ganz normalen und formalen Muster gefolgt.

Das alles kann nun zu den Akten gelegt werden. Die Ermittlungen haben nichts weiter ergeben als heiße Luft und wurden daher eingestellt. Und damit zog nun eben auch der VfL seinen Einspruch zurück.

“Wir bedauern es sehr, dass die Diskussionen um Bakery Jatta in den vergangenen Wochen besonders emotional geführt wurden. Die Anfeindungen gegen ihn wie auch die populistische oder parteipolitische Instrumentalisierung verurteilen wir auf das Schärfste”, heißt es in der Mitteilung des VfL Bochum.