2. Bundesliga macht weiter Pause: Keine VfL-Spiele bis Mai

2. Bundesliga macht weiter Pause: Keine VfL-Spiele bis Mai

April 1, 2020 0 Von Carsten Schulte

Ohne jede Überraschung hat sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) am Dienstag mit den Bundesliga-Klubs auf eine weitere Fußballpause geeinigt. Bis zum 30. April finden keine Ligaspiele statt. Der VfL Bochum bereitet Geisterspiele vor.
(Foto: Imago)

Wie die DFL mitteilt, habe das Gremium erstmals vollständig per Videokonferenz getagt und sei der Empfehlung des DFL-Präsidiums gefolgt.

Klar ist: Bis Ende April setzt der Profifußball weiter aus – für die drei höchsten Profiligen gilt also, dass vor Mai 2020 keine Fußballspiele mehr stattfinden. Für den Bereich der 3. Liga hatte der DFB diese Entscheidung mit den Klubs bereits vor längerer Zeit getroffen.

Die Klubs wissen darum, dass sie letztlich auch nur auf die weitere Entwicklung der Corona-Krise reagieren können. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es auch ab Mai keine Fußballspiele vor Zuschauern geben. Die Liga setzt ihre Priorität daher klar auf die Durchführung der Liga, notfalls unter strengen Auflagen und ohne Fans.

DFL verschiebt Auflagen

Zudem setzt die DFL auch einige Maßnahmen oder Auflagen im Lizenzierungsverfahren aus. Dies betrifft vor allem die Bestimmungen zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und deren Prüfung vor und während einer Spielzeit. Ziel sei es, allen Clubs die Möglichkeit und Zeit zu geben, die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen und den regulären Spielbetrieb fortzusetzen, um sämtliche Wettbewerbs-Entscheidungen auf sportlichem Weg zu erreichen, so die DFL.

Das bedeutet beispielsweise auch: Sollte ein Klub ein Insolvenzverfahren eröffnen, würden nicht wie sonst 9 Punkte abgezogen. Im Fall einer Insolvenz in der kommenden Saison würde eine Sanktion in Höhe eines Abzugs von nur drei Punkten erfolgen.

Auch auf die Liquiditäts-Prüfung für die kommende Spielzeit wird vorerst verzichtet – schließlich sind Sponsorenverträge und andere Einnahmequellen aktuell völlig unplanbar.

Damit die Liga auch mit Geisterspielen fortgesetzt werden könnte, wird eine “Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb” eingerichtet. Diese wird im ersten Schritt alle Covid-19 Fälle bei den Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga zentral dokumentieren. Darüber hinaus wird von der Kommission ein Vorgehen erarbeitet, mit dem eine engmaschige, unabhängige Testung von Spielern und weiterem Personal unter anderem unmittelbar vor den Spieltagen durchgeführt werden kann. Weiterhin werden sowohl organisatorische Maßnahmen im Stadion zur Vermeidung von Übertragungen (Hygiene, Desinfektion, Distanz etc.) als auch spezielle Abläufe bei der Spiel- und Trainings-Organisation definiert und in einem Leitfaden einheitlich festschrieben. Dabei wird eine enge Abstimmung mit externen Experten und Behörden gesucht.

Jetzt müssen die Klubs vor Ort Konzepte entwickeln bzw. “verfeinern”, mit denen Spiele ohne Zuschauer bestenfalls durchzuführen sind. Dabei geht es natürlich darum, möglichst wenige Menschen im Stadion zu haben – von Medien hin bis zu KlubmitarbeiterInnen. Es werde darum gehen, ligaweit “klare Verabredungen” zu treffen, heißt es.

Auch beim VfL beginnt nun die Planung: Direkt nach der DFL-Entscheidung machten sich Geschäftsführung und Direktion des VfL Bochum an die Arbeit, um ein solches “standortbezogenes Produktionskonzept” für Geisterspiele im Ruhrstadion zu “verfeinern”.

Dessenungeachtet ruht beim VfL Bochum das Training weiterhin mit zum 5. April 2020.