1:3-Pleite gegen den HSV: VfL Bochum jubelt zuerst, aber Hamburg dreht das Spiel

1:3-Pleite gegen den HSV: VfL Bochum jubelt zuerst, aber Hamburg dreht das Spiel

Februar 3, 2020 0 Von Carsten Schulte

Was für ein bitterer Abend für den VfL Bochum. Gegen den Hamburger SV verlor das Team von Thomas Reis mit 1:3. Dabei jubelte zuerst der VfL, aber der HSV drehte das Spiel viel zu schnell und war hintenraus einfach gefährlicher und abgezockter. Bochum steckt weiter tief im Abstiegskampf.

Trainer Thomas Reis musste wechseln. Für den gesperrten Manuel Riemann rückte Patrick Drewes ins Tor des VfL, es war sein erster Pflichtspiel-Einsatz für den VfL überhaupt.

Auf die Leistung von Bielefeld reagierte Reis aber auch auf anderen Positionen. Lee, Fabian und Blum rückten alle auf die Bank, für sie kamen Weilandt, Zoller und Leitsch in die Startelf.

Dass der VfL sein 500. Zweitliga-Spiel “feierte”, dürfte wohl eher ein bitterer Beigeschmack sein. Schließlich markiert das Jubiläum auch das zehnte Jahr der Bochumer in der 2. Liga. Das war so nicht geplant. Und gerade der Rückblick zeigt, wie sich die Realität verändert hat. 2011 kämpfte der VfL um den Aufstieg, landete auf Platz 3. Heute muss man schon von unten schauen, um die Blau-Weißen zu finden. Ein anderes Thema…

Immerhin: Dem VfL gehörte die erste gute Szene des Spiels. Janelt profitierte nach zehn Minuten von einem zu schlechten Klärungsversuch des HSV, aber Torwart Heuer Fernandes war in letzter Sekunde unten. Es war aber vorerst die letzte Chance für die Gastgeber. Der HSV übernahm etwas mehr Kontrolle, Decarli musste nach 19 Minuten schon aufpassen, dass der Ball nicht für den HSV frei lag.

Bochum wurde nach 26 Minuten wieder gefährlich. Losilla mit einem starken Kopfball, aber knapp am langen Pfosten vorbei! Und im Gegenzug dann der HSV durch Kittel, der den Ball über das Bochumer Tor hob.

Nach 35 Minuten musste Soares gut aufpassen, um zentral vor dem Tor gegen Schaub zu retten. Ganz ähnlich sah es dann eine Minute später auf der Gegenseite aus, als van Drongelen Zoller störte beim Schussversuch.

Also wirklich: Das war nicht so schlecht anzusehen, offensiv war der VfL viel präsenter als in der Vorwoche (was ja nun auch nicht schwer war).

Es war die letzte Szene der ersten Halbzeit.

Aus der Pause kamen beide Teams unverändert heraus. Die erste Szene bekam der HSV, als van Drongelen den Ball ansatzlos am Pfosten vorbeischob. Das war gar nicht so ungefährlich, aber der Hamburger brachte zu wenig Genaugkeit in seine Abnahme – Glück für den VfL.

Dann die bis dahin beste Chance der Bochumer! Erst scheiterte Zoller mit seinem Schuss, dann musste van Drongelen in letzter Sekunde vor Losilla klären (52.)! Puh.

Bochum blieb dran. Drei Minuten danach setzte Janelt den Ball am langen Pfosten vorbei (55.) und schon in der nächsten Szene schloss Weilandt ab – sein Schuss wurde noch zur Ecke abgefälscht.

Ein Raunen ging durchs Ruhrstadion, als Ganvoula es mit dem Mut der Verzweifelten nach 63 Minuten versuchte: Heuer Fernandes war weit vor seinem Tor und Ganvoulas Heber/Schuss aus dem Halbfeld war gar nicht so ungefährlich. Alle warteten und hofften auf die Führung der Gastgeber…

Aber dann. Tore!

Simon Zoller! Eine Drehung, zwei, drei Schritt, dann legte der Bochumer den Ball neben den rechten Pfosten! Die ersehnte Führung für den VfL, was für eine Erleichterung!

Aber kaum war der Jubel verklungen, war alles mucksmäuschenstill. Denn da zog Leibold ab und knallte den Ball hinein ins Bochumer Tor. Drewes flog in die Ecke, aber zu spät. Der Ausgleich, das ging alles viel zu schnell. Entsetzen beim VfL.

Es wurde noch schlimmer. Der HSV wechselte, brachte unter anderem Pohjanpalo. Und der war kaum im Spiel, da setzte er sich im Zweikampf gegen Leitsch durch und schob flach zum 2:1 für den HSV ein. Das Spiel gedreht binnen Minuten.

Bochum reagierte, brachte Neuzugang Robert Zulj für Janelt (75.) und dann Danny Blum für Tesche. Offensive, was half auch noch?

Und was hatte der VfL noch anzubieten? Zuljs Schuss aus etwa 20 Metern war keine Gefahr – weit drüber. Dann schickte der Ex-Hoffenheimer Blum auf den Weg, dessen Flanke bei Ganvoula landete. Aber die Hereingabe war dann doch zu hoch. Ganvoula bekam den Ball nicht mehr gedrückt. Das war immerhin aber noch ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Die Gäste rückten etwas weiter nach hinten, ließen den VfL im Mittelfeld jetzt etwas Platz und verlegte sich auf schnelles Umschaltspiel. Das war nun ein bisschen das Warten auf den Fehler – auf beiden Seiten. Fast hätte Pohjanpalo nach 81 Minuten das 3:1 gemacht, aber Drewes war auf dem Posten. Da hatte der VfL den Hamburger doch arg allein gelassen im Strafraum.

Die Schlussoffensive des VfL ließ etwas auf sich warten. Stattdessen suchte der HSV die Entscheidung. Und erneut war Pohjanpalo zur Stelle! Nach einem Eckball köpfte er aus Kurzdistanz nur an den Außenpfosten (83.). Thomas Reis reagierte noch einmal, brachte Wintzheimer für Gamboa.

Aber zwei Minuten später war alles erledigt. Da nahm Sonny Kittel Maß und traf zum 3:1 (87.). Das war natürlich die Entscheidung. Jatta vergab in der Nachspielzeit noch das 4:1, dann war nach drei Spielminuten Schluss.

Der VfL bleibt auf dem drittletzten Platz und verliert auch das dritte Rückrundenspiel. Das ist ein maximal bitterer Jahresauftakt für den VfL.